Risiken einer Brustvergrößerung: Komplikationen & Warnzeichen
Dr. med. habil. Marta Markowicz

Risiken einer Brustvergrößerung: Komplikationen & Warnzeichen  

Ärztin Marta Markowicz
Dr. Marta Markowicz
Ich habe mich seit über 23 Jahren auf die Brustvergrößerung spezialisiert und berate Dich gerne persönlich.
Risiken einer Brustvergrößerung

Kurzinfos zu Dr. med. habil. Marta Markowicz

  • Ehemalige Chefärztin in München und Düsseldorf mit mehr als 23 Jahren Erfahrung in der Plastischen Chirurgie

  • Spezialgebiet: mehr als 4000 Brustoperationen

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  • Vertrauen von Frau zu Frau

  • Marken-Implantate: z.B. Motiva, B-Lite

  • „Minimal-Scar-Technik“ – minimale Narben von ca. 2,5-4 cm

  • „No Touch-Technik“ zur Minimierung des Risikos einer Kapselfibrose

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Risiken und Komplikationen einer Brustvergrößerung

Eine Brustvergrößerung ist ein planbarer Eingriff, aber wie jede Operation mit Risiken verbunden. Dazu gehören allgemeine OP-Risiken wie Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung und Thrombose sowie implantat- oder formbezogene Komplikationen. Einige Veränderungen, etwa leichte Schwellung oder vorübergehende Asymmetrien, können Teil der normalen Heilung sein; andere Warnzeichen müssen zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Eine sorgfältige Planung, sterile OP-Bedingungen, die passende Technik und strukturierte Nachsorge senken Risiken, können sie aber nicht vollständig ausschließen.

Welche Risiken gibt es bei einer Brustvergrößerung?

Eine Brustvergrößerung kann allgemeine Operationsrisiken wie Blutung, Infektion oder Thrombose sowie implantatbezogene und ästhetische Komplikationen wie Kapselfibrose, Rippling, Implantatverschiebung oder selten BIA-ALCL mit sich bringen. Welche Risiken im Einzelfall relevant sind, hängt vor allem von Anatomie, Implantat, Operationstechnik und individuellen Heilungsfaktoren ab.

Was bedeutet „Risiko“ – und was ist eine Komplikation?

Vor jeder Entscheidung ist die medizinische Unterscheidung zwischen regulären Heilungssymptomen und echten Komplikationen entscheidend:

  • Normale frühe Heilungsreaktionen: Schwellungen, Spannungsgefühle, leichte Blutergüsse sowie vorübergehend unterschiedliche Höhe oder Form der Brüste sind typische Begleiterscheinungen des Heilungsprozesses.
  • Risiko: Beschreibt die kalkulierbare Möglichkeit einer unerwünschten Folge des Eingriffs, die eintreten kann, aber nicht zwingend muss.
  • Komplikation: Ein vom regulären Verlauf abweichendes, unerwünschtes Ereignis, das eine spezifische medizinische Behandlung, engmaschige Kontrolle oder selten einen erneuten operativen Eingriff erforderlich machen kann.

Für eine detaillierte chronologische Übersicht darüber, welche Reaktionen in den ersten Tagen und Wochen nach dem Eingriff zu erwarten sind, schau auf unserer Spezialseite zum Heilungsverlauf nach einer Brustvergrößerung vorbei.

Überblick: Welche Risiken gibt es?

Die folgende Übersicht fasst die potenziellen Risiken und Komplikationen systematisch zusammen.

Bereich Mögliche Folgen Typischer Zeitraum Was ist relevant?
Allgemeine OP-Risiken Blutung, Hämatom, Infektion, Thrombose, Narkoserisiken Früh nach der OP Beschwerden und Verlauf rasch beurteilen
Wundheilung & Gewebe Verzögerte Heilung, Narbenveränderung, Sensibilitätsveränderung Wochen bis Monate Individuelle Heilung und Nachsorge entscheidend
Form und Position Asymmetrie, Implantatverschiebung, Double Bubble, Bottoming-out Früh oder später Anatomie, Technik und Gewebequalität beeinflussen das Risiko
Sichtbarkeit / Haptik Rippling, Tastbarkeit, Konturunregelmäßigkeiten Meist später sichtbar Besonders bei wenig Weichteildeckung relevant
Kapsel & Implantat Kapselfibrose, Serom, Implantatruptur, Reoperation Monate bis Jahre Regelmäßige Kontrollen und individuelle Abklärung
Seltene Erkrankungen BIA-ALCL Typischerweise Jahre nach Implantation Neue, anhaltende Schwellung oder Masse immer abklären

Die Risikokapitel im Detail

Blutung und Hämatom

Eine Nachblutung im Operationsgebiet kann zu rascher Schwellung, Schmerzen, starkem Spannungsgefühl oder einer plötzlich zunehmenden Seitenasymmetrie führen.

Leichte, oberflächliche Blutergüsse (Hämatome) sind nach dem Eingriff normal und bilden sich selbstständig zurück. Von einem relevanten Hämatom spricht man bei einer ausgeprägteren Blutansammlung in der Implantathöhle, die zeitnah medizinisch behandelt oder in seltenen Fällen operativ entlastet werden muss.

Infektion

Eine Infektion im Wund- oder Implantatbereich macht sich typischerweise durch zunehmende Rötung, Überwärmung, pochende Schmerzen, neu auftretende Schwellungen, Wundsekretion oder Fieber bemerkbar.

Eine frühe Diagnostik ist entscheidend. Während milde Formen oft gut auf Antibiotika ansprechen, reichen diese bei tiefen Wundinfektionen nicht immer aus. In sehr seltenen, nicht anders beherrschbaren Fällen kann eine vorübergehende Implantatentfernung notwendig werden.

Serom und Flüssigkeitsansammlung

Ein Serom ist eine Ansammlung von Wundflüssigkeit im Bereich des Implantats.

  • Frühes Serom: Ein Serom kann in den ersten Tagen oder Wochen nach der Operation auftreten. Kleine Flüssigkeitsansammlungen können sich zurückbilden; Ausmaß und Behandlung werden ärztlich beurteilt.
  • Spätes Serom: Eine neu auftretende Flüssigkeitsansammlung Monate oder Jahre nach dem Eingriff ist gesondert abklärungsbedürftig. Hier muss unter anderem eine differenzialdiagnostische Untersuchung auf BIA-ALCL erfolgen.

Wundheilung, Narben und Sensibilität

Verzögerte Wundheilungen können zur Bildung breiterer, verhärteter oder auffälligerer Narben führen. Zudem sind Veränderungen der Berührungs- sowie der Brustwarzensensibilität (Hypästhesie oder Hyperästhesie) möglich.

Diese Sensibilitätsveränderungen sind in den meisten Fällen vorübergehender Natur, können in Einzelfällen jedoch dauerhaft bestehen bleiben. Wichtige individuelle Risikofaktoren für Heilungs- und Narbenstörungen sind aktiver Nikotinkonsum, lokale Durchblutungsstörungen und eine hohe Gewebespannung.

Kapselfibrose

Das Immunsystem bildet um jeden Fremdkörper – somit auch um jedes Brustimplantat – eine natürliche Bindegewebskapsel. Bei einer Kapselfibrose verdickt und verengt sich diese Kapsel übermäßig. Die Brust kann sich dadurch fester anfühlen, ihre Form verändern oder schmerzhaft werden. Bei ausgeprägter Kapselfibrose mit Schmerzen oder Formveränderung kann eine erneute Operation erforderlich sein.

Vertiefende Informationen zu den Ursachen, den Schweregraden nach Baker sowie den modernen Therapiemöglichkeiten findest Du auf unserer Spezialseite zur Kapselfibrose.

Rippling und Tastbarkeit

Unter Rippling versteht man eine sicht- oder tastbare Faltenbildung der Implantathülle durch die Haut.

Rippling kann insbesondere bei geringer Weichteildeckung, bestimmten anatomischen Voraussetzungen und abhängig von Implantat- und Lagekonzept auftreten. Welche Implantatentscheidung und Platzierung für Deine Voraussetzungen sinnvoll ist, erfährst Du auf den Detailseiten zu Brustimplantaten sowie zur Implantatlage.

Double Bubble und andere Formveränderungen

Ein sogenannter „Double Bubble“-Effekt beschreibt das Entstehen einer doppelten Kontur oder einer zusätzlichen sichtbaren Einkerbung unterhalb der eigentlichen Brustdrüse.

Relevante Einflussfaktoren sind die Ausgangsanatomie der Brust, die Lage der natürlichen Unterbrustfalte, die Haut- und Gewebequalität sowie der individuelle Heilungsverlauf. Weitere mögliche Form- und Positionsveränderungen umfassen Asymmetrien, das Verrutschen des Implantats oder ein Durchsacken des Gewebes nach unten (Bottoming-out). Welches Implantat- und Lagekonzept zur Risikominimierung beiträgt, wird auf der Spezialseite zur Implantatlage behandelt.

Implantatruptur und Reoperation

Brustimplantate sind hochwertige Medizinprodukte, jedoch keine lebenslang haltenden Gegenstände. Im Laufe der Jahre kann es durch Verschleiß oder traumatische Einwirkungen zu einem Riss der Hülle (Ruptur) kommen.

Eine Ruptur kann symptomlos verlaufen („stille Ruptur“) oder sich durch Formveränderungen und lokale Beschwerden zeigen. Eine Reoperation kann wegen Komplikationen, deutlichen Formveränderungen im Alterungsprozess, einer Ruptur oder individuellen Veränderungswünschen erforderlich werden. Ausführliche Informationen bietet die Spezialseite zum Implantatwechsel.

Thrombose, Embolie und Narkoserisiken

Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel (Thrombose), Lungenembolien sowie Unverträglichkeiten oder Komplikationen im Rahmen der Vollnarkose sind seltene, aber medizinisch ernstzunehmende Risiken.

Erhöhte Risiken bestehen bei Vorerkrankungen der Gerinnung, früheren Thrombosen, Nikotinkonsum, Einnahme bestimmter Medikamente oder längerer Immobilität. Eine präzise Anamnese vor der OP und eine frühzeitige Mobilisation nach dem Eingriff können diese Risiken senken.

BIA-ALCL (Brustimplantat-assoziiertes anaplastisches großzelliges Lymphom)

Das BIA-ALCL ist kein Brustkrebs, sondern ein sehr seltenes T-Zell-Lymphom, das im Bereich der Narbenkapsel oder in der Kapselflüssigkeit um ein Brustimplantat entstehen kann.

  • Zeitpunkt: Es tritt typischerweise erst Jahre nach der Implantation auf.
  • Risikofaktoren: Nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand (u. a. BfArM und FDA) ist das Risiko bei Implantaten mit strukturierter/texturierter Oberfläche höher als bei glatten Implantaten. Die Füllung allein gilt nach aktuellem Wissensstand nicht als maßgeblicher Risikofaktor.
  • Symptome: Wichtige Zeichen sind eine neu auftretende oder anhaltende einseitige Schwellung (spätes Serom), Wundflüssigkeit, eine Masse/Knoten, Schmerzen, eine neue Verhärtung oder deutliche Formveränderung.
  • Vorgehen: Bei Beschwerden erfolgt eine ärztliche Abklärung. Bei früher Diagnose wird BIA-ALCL häufig operativ behandelt; abhängig vom Befund können weitere Therapien notwendig sein. Bei asymptomatischen Patientinnen ist eine vorsorgliche Entfernung allein wegen BIA-ALCL nicht generell empfohlen.

Systemische Beschwerden / „Breast Implant Illness“ (BII)

Manche Patientinnen berichten über unspezifische Beschwerden wie Erschöpfung, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Hautveränderungen.

Ein eindeutiger ursächlicher Zusammenhang ist wissenschaftlich bisher nicht abschließend geklärt. Beschwerden sollten ernst genommen, differenzialdiagnostisch abgeklärt und individuell besprochen werden.

Vorbeugung: Was kann Risiken senken?

Obwohl kein chirurgischer Eingriff vollkommen risikofrei ist, lassen sich Wahrscheinlichkeit und Ausmaß von Komplikationen durch strukturierte Maßnahmen reduzieren:

  • Sorgfältige Indikations- und Anatomieanalyse: Die Wahl von Implantatgröße, Projektion, Hülle und Platzierungsebene muss präzise auf Deine Gewebequalität, Hautelastizität und Brustform abgestimmt werden.
  • Vollständige Anamnese: Vorerkrankungen, Medikamente, frühere Operationen, Gerinnungsrisiken und individuelle Erwartungen beeinflussen die Planung.
  • Nikotinpause und gute Heilungsvoraussetzungen: Nikotin kann Durchblutung und Wundheilung beeinträchtigen. Der Verzicht vor und nach der OP senkt Risiken für Wundheilungsstörungen.
  • Standardisierte Hygienemaßnahmen & Schonende Operationstechnik: Eine sterile, gewebeschonende Operationstechnik ist ein wichtiger Bestandteil der Komplikationsprävention. Eine Kapselfibrose oder Infektion lässt sich jedoch nicht sicher verhindern.
  • Konsequente Nachsorge: Kontrollen, Kompressions-BH, Belastungsaufbau und frühe Rückmeldung bei Auffälligkeiten helfen, Probleme rechtzeitig zu erkennen.
  • Implantatpass und Langzeitkontrollen: Hersteller, Modell und OP-Daten sollten im offiziellen Pass dokumentiert bleiben.

Warnzeichen: Wann solltest Du sofort reagieren?

Wichtig: Sofortige Kontaktaufnahme

Bitte kontaktiere noch am selben Tag unsere Praxis oder den ärztlichen Notdienst bei:

  • plötzlich zunehmender einseitiger Schwellung oder deutlicher Asymmetrie,
  • rasch zunehmenden Schmerzen oder starkem Spannungsgefühl,
  • Fieber, Schüttelfrost, zunehmender Rötung oder Überwärmung,
  • auffälligem Sekret, Wundöffnung oder üblem Geruch,
  • Atemnot, Brustschmerz, Kreislaufproblemen oder Beinschwellung,
  • neu auftretender Schwellung, Masse, Schmerzen oder Formveränderung der Brust Monate oder Jahre nach der OP.

Weitere Informationen zur Brustvergrößerung findest Du hier:

Eine fundierte Entscheidung berücksichtigt neben den Möglichkeiten einer Brustvergrößerung auch die individuellen Risiken, Grenzen und die Nachsorge.

Was unsere Patientinnen sagen

Erfahrungsberichte zur Brustvergrößerung

Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt bei Frau Dr. Markowicz und bin mehr als glücklich mit dem tollen Ergebnis. Meine Erwartungen wurden weitaus übertroffen sowohl in der Beratung als auch beim letztendlichen Ergebnis. Ich würde es immer wieder tun. Vielen Dank !

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Frau Dr. Markowicz nimmt sich viel Zeit für eine ausführliche Beratung sowohl vor, als auch nach der Operation und steht einem jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Das Ergebnis entspricht genau meinen Vorstellungen.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Risiken und Komplikationen bei der Brustvergrößerung – Dr. med. habil. Marta Markowicz

Welche Risiken gibt es bei einer Brustvergrößerung?

Eine Brustvergrößerung birgt allgemeine Operationsrisiken wie Nachblutungen, Hämatome, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Narkosekomplikationen. Zudem existieren spezifische Risiken bezüglich des Brustimplantats und des ästhetischen Ergebnisses. Dazu zählen Sensibilitätsstörungen der Brustwarze, Formasymmetrien, das Verrutschen des Implantats, sicht- oder tastbare Faltenbildung (Rippling), eine spätere Verhärtung der Bindegewebskapsel (Kapselfibrose), eine Beschädigung oder Ruptur des Implantats sowie ein spätes Serom oder ein sehr seltenes BIA-ALCL. Eine präzise OP-Planung und konsequente Nachsorge können das Risiko bestimmter Komplikationen senken, aber nicht vollständig ausschließen.

Wie häufig sind Komplikationen nach einer Brustvergrößerung?

Die Häufigkeit einzelner Komplikationen nach einer Brustvergrößerung unterscheidet sich deutlich nach der konkreten Komplikation, dem gewählten Implantattyp, der Operationstechnik, der Nachbeobachtungsdauer sowie individuellen Faktoren. Die Komplikationsrate hängt maßgeblich von der persönlichen Gewebebeschaffenheit, Vorerkrankungen und dem Heilungsverlauf ab. Detaillierte Risikowahrscheinlichkeiten und persönliche Einflussfaktoren werden im individuellen Aufklärungsgespräch vor der Brustvergrößerung anhand aktueller wissenschaftlicher Daten und der persönlichen Anatomie transparent erläutert.

Was ist nach einer Brustvergrößerung normal – und was ist ein Warnzeichen?

Nach einer Brustvergrößerung sind leichte bis mäßige Schwellungen, Spannungsgefühle, Blutergüsse und vorübergehende Form- oder Höhenasymmetrien in den ersten Wochen Teil des regulären Heilungsprozesses. Medizinische Warnzeichen für Komplikationen nach einer Brustvergrößerung sind hingegen eine plötzlich einsetzende, einseitige Größenzunahme der Brust, rasch zunehmende oder pochende Schmerzen, Rötungen, lokales Fieber, Wundsekretion oder allgemeine Symptome wie Atemnot und hohes Fieber. Bei solchen Warnzeichen sollte unverzüglich die behandelnde Fachpraxis kontaktiert werden.

Woran erkenne ich eine Blutung oder ein Hämatom nach einer Brustvergrößerung?

Eine relevante Nachblutung oder ein Hämatom nach einer Brustvergrößerung zeigt sich meist in den ersten Tagen nach der Operation durch eine rasche, einseitige Größenzunahme der Brust, ein starkes Druck- und Spannungsgefühl sowie sichtbare Hautverfärbungen. Während kleine, oberflächliche Blutergüsse unbedenklich sind und vom Körper abgebaut werden, muss eine stärkere Nachblutung im Bereich der Implantathöhle umgehend ärztlich untersucht und gegebenenfalls chirurgisch entlastet werden, um das Gewebe und das Brustimplantat zu schützen.

Wie erkenne ich eine Infektion nach einer Brustvergrößerung?

Eine Infektion nach einer Brustvergrößerung äußert sich typischerweise durch eine zunehmende lokale Rötung und Erwärmung der Brust, pochende Schmerzen, neu auftretende Schwellungen, feuchte Wundstellen oder Fieber. Milde Infektionsformen können auf eine gezielte Antibiotikatherapie ansprechen; bei tiefen Wund- und Gewebeinfektionen um das Brustimplantat reichen Medikamente jedoch nicht immer aus. In sehr seltenen, schweren Fällen kann eine chirurgische Sanierung oder vorübergehende Implantatentfernung erforderlich werden.

Was ist Rippling nach einer Brustvergrößerung – und lässt es sich vermeiden?

Als Rippling bezeichnet man eine sicht- oder tastbare Faltenbildung der Hülle eines Brustimplantats durch die darüberliegende Haut und das Weichteilgewebe. Das Risiko für Rippling hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die individuelle Weichteildeckung, die Eigenschaft und Kohäsivität des Brustimplantats, das Lagekonzept (über oder unter dem Muskel) sowie die Anatomie der Brust. Eine individuelle Beratung ermittelt die passende Kombination aus Implantattyp und Platzierung, um Faltenbildungen bestmöglich vorzubeugen.

Was ist eine Double Bubble nach einer Brustvergrößerung?

Eine sogenannte Double Bubble ist eine Formabweichung nach einer Brustvergrößerung, bei der die ursprüngliche Unterbrustfalte als zweite sichtbare Einkerbung oder Stufe unterhalb der neuen Brustrundung des Implantats bestehen bleibt. Relevante Einflussfaktoren sind unter anderem festes Drüsengewebe oder eine veränderte Position der Unterbrustfalte. Eine Korrektur richtet sich nach der genauen Ursache und Anatomie; sie kann eine gezielte Anpassung der Implantattasche, der Unterbrustfalte oder der Implantatposition erfordern.

Kann sich ein Brustimplantat verschieben oder absinken?

Ja, ein Brustimplantat kann sich nach einer Brustvergrößerung durch Bindegewebsschwäche, die Wahl sehr großer Implantatdimensionen, die Beschaffenheit der präparierten Implantattasche oder eine unzureichende Heilung verschieben oder absinken (Bottoming-out). Bei anatomischen Brustimplantaten ist zudem eine Drehung möglich. Die Einhaltung postoperativer Verhaltensregeln und das Tragen des verordneten Kompressions-BHs unterstützen die Gewebestabilisierung in der Frühphase, können anatomische und gewebebedingte Ursachen jedoch nicht vollständig ausschließen.

Was ist eine Kapselfibrose und wann muss sie behandelt werden?

Eine Kapselfibrose ist eine übermäßige Verhärtung und Zusammenziehung der natürlichen Bindegewebskapsel, die der Körper um jedes Brustimplantat bildet. Eine Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden, der Progression, dem Befund des Brustimplantats und dem Wunsch der Patientin. Treten bei einer Kapselfibrose erhebliche Schmerzen, Verhärtungen oder Formveränderungen auf, kommen operative Maßnahmen wie eine Kapselanpassung oder eine Kapselentfernung (Kapsulektomie) – oft kombiniert mit einem Implantatwechsel – in Betracht.

Können Brustimplantate reißen oder müssen sie regelmäßig ausgetauscht werden?

Brustimplantate sind keine lebenslangen Medizinprodukte und können durch Alterung oder mechanische Einwirkungen beschädigt werden oder reißen (Implantatruptur). Ein vorsorglicher Austauscheingriff nach einer festen Jahreszahl ohne Symptome wird heute nicht generell empfohlen. Zur Erkennung einer beschwerdefreien, sogenannten „stillen Ruptur“ kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Neben der Sonografie gilt die Magnetresonanztomografie (MRT) als besonders effektive Methode. Die Wahl der Bildgebung richtet sich nach Implantattyp, Befund und medizinischer Empfehlung.

Was ist BIA-ALCL und wie erkenne ich mögliche Warnzeichen?

BIA-ALCL (Brustimplantat-assoziiertes anaplastisches großzelliges Lymphom) ist ein sehr seltenes T-Zell-Lymphom, das im Gewebe der Narbenkapsel oder in der Kapselflüssigkeit um ein Brustimplantat entstehen kann. Das Risiko ist bei texturierten Implantatoberflächen höher als bei glatten Implantaten. Wichtigstes Warnzeichen ist eine meist erst Jahre nach der Brustvergrößerung auftretende, einseitige Schwellung (spätes Serom). Die Abklärung erfolgt durch gezielte pathologische Untersuchungen wie Zytologie sowie CD30- und ALK-Diagnostik aus der punktierten Flüssigkeit.

Ist BIA-ALCL Brustkrebs?

Nein, BIA-ALCL ist kein Brustkrebs (Mammakarzinom), sondern eine seltene Erkrankung des Immunsystems, die sich in der Gewebekapsel um ein Brustimplantat entwickelt. Bei frühzeitiger Diagnose lässt sich BIA-ALCL in vielen Fällen durch eine vollständige operative Entfernung des Brustimplantats zusammen mit der umgebenden Kapsel erfolgreich behandeln. Abhängig vom nachgewiesenen Stadium und Befund können zusätzlich systemische Therapien erforderlich sein. Die genaue Therapieplanung erfolgt stets stadienabhängig.

Was kann ich selbst tun, um Komplikationen nach einer Brustvergrößerung zu vermeiden?

Patientinnen können den Heilungsverlauf nach einer Brustvergrößerung positiv beeinflussen, indem sie vor und nach der Operation strikt auf Nikotin verzichten, den verordneten Kompressions-BH tragen und schwere körperliche Belastungen sowie Sport in den ersten Wochen vermeiden. Eine sorgfältige Hygiene bei der Wundpflege, das Einhalten aller Schonungsvorgaben und die konsequente Wahrnehmung der ärztlichen Nachsorgetermine unterstützen einen möglichst störungsarmen Heilungsverlauf.

Was ist ein Serom nach einer Brustvergrößerung und wann muss es abgeklärt werden?

Ein Serom ist eine Ansammlung von Wundflüssigkeit in der Implantathöhle um das Brustimplantat. Ein frühes Serom in den ersten Tagen oder Wochen nach der Brustvergrößerung kann auftreten; kleine Flüssigkeitsmengen können sich zurückbilden, Ausmaß und Verlauf werden jedoch ärztlich beurteilt. Ein sogenanntes spätes Serom, das erst Monate oder Jahre nach der Brustvergrößerung neu auftritt, ist gesondert abklärungsbedürftig, um Ursachen wie Entzündungen oder seltene Komplikationen wie ein BIA-ALCL abzuklären.

Was versteht man unter Breast Implant Illness (BII) nach einer Brustvergrößerung?

Unter Breast Implant Illness (BII) wird ein Spektrum unspezifischer, systemischer Symptome wie chronische Erschöpfung, Gelenkschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Hautveränderungen verstanden, die von einigen Patientinnen mit ihren Brustimplantaten in Verbindung gebracht werden. BII ist derzeit keine einheitlich definierte medizinische Diagnose; die Ursache und ein möglicher ursächlicher Zusammenhang mit Brustimplantaten sind wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Beschwerden sollten stets ernst genommen, gründlich differenzialdiagnostisch untersucht und individuell besprochen werden.